Eine Bewerbungs-Art, auf die man im Internet immer wieder trifft, ist die so genannte „Guerilla-Bewerbung“. Sie scheint momentan so richtig hoch im Kurs zu sein. Aber was genau ist denn eigentlich eine Guerilla-Bewerbung? Was macht eine gute und kreative Guerilla-Bewerbung aus? Und worauf sollte man hier lieber verzichten?
Der Begriff „Guerilla-Bewerbung“ leitet sich vom Guerilla-Marketing ab. Hier steht er für ungewöhnliche aber äußerst effektive Marketing Aktionen. Frei nach dem Motto: Auffallen, anstatt in der mausgrauen Masse zu verschwinden. Solch eine Bewerbung kann natürlich auch eine echte Gratwanderung sein. Sie muss ja schließlich perfekt auf Sie (den Bewerber), die ausgeschriebene Stelle sowie das Unternehmen, in dem Sie sich bewerben zugeschnitten sein. Besonders wichtig ist hierbei, dass bei aller Kreativität in Bezug auf die Form der Bewerbung, die ja lediglich den Inhalt schön verpacken soll, die Kernaussage nicht vergessen wird. Sie soll Sie ja schließlich so gut wie möglich darstellen – Sie BE-Werben.
Mit den folgenden Schritten zeigen wir Ihnen den Weg zu einer einzigartigen Bewerbung:
1.Herausfinden, ob eine außergewöhnliche Bewerbung gut ankommt:
Bevor Sie loslegen, sollten Sie sich erst mal überlegen, ob diese Art der Bewerbung in Ihrem Fall überhaupt zielführend ist. Wichtig ist, dass Sie sich vor dem Schreiben klar machen, ob eine Guerilla-Bewerbung zu Ihnen, zur ausgeschriebenen Stelle und zum Unternehmen bei dem Sie sich bewerben wollen, passt. Wollen Sie sich zum Beispiel als Bankkaufmann in einer großen deutschen Bank bewerben? Oder hätten Sie gerne eine Stelle als Creative Director in einer Werbeagentur?
 2. Sammeln Sie Informationen über das Unternehmen, bei dem Sie sich bewerben wollen:
Hier gilt zunächst das Gleiche, wie bei einer klassischen Bewerbung auch – je mehr Informationen Sie über das Unternehmen in Erfahrung bringen können, desto besser. Hinzu kommt allerdings noch die Frage, wie viel Witz und Kreativität Sie sich überhaupt erlauben können. Denn wenn Ihre Bewerbung nicht den Nerv bzw. Witz des Personalers trifft, haben Sie wahrscheinlich wohl eher schlechte Karten.
3. Konzepterstellung:
An diesem Punkt beginnt jetzt erst die eigentliche Arbeit. Die Bewerbung soll ja nicht nur kreativ, sondern auch einzigartig sein. Sie soll nicht schon in den verschiedensten Ausführungen per Google-Suche auffindbar sein. Setzen Sie sich also genau mit Ihrer Person, Ihrem Können und der angestrebten Stelle auseinander und bringen Sie dies zu Papier.
Besonders gerne werden mittlerweile, neben einem Bewerbungsvideo auch QR-Codes (https://goo.gl/U8yNL ) oder Infografiken ( Bsp. für Lebensläufe:https://goo.gl/gEzsl ) in eine Bewerbung mit eingebaut. Auch dort sind Ihrer Kreativität kaum Grenzen gesetzt – solange eine Bewerbung Ihren Zweck erfüllt. Falls Sie aber eine Kreativitäts-Blockade haben, ist es nicht ratsam diese zu erzwingen. Manchmal reichen auch Kleinigkeiten aus, um aus der Masse heraus zu stechen. Verwenden Sie beispielsweise etwas Farbe oder auch nur eine ungewöhnliche Formatierung.
Was Sie allerdings auf keinen Fall als Inspirationsvorlage nehmen sollten, sind die viel diskutierte Pizza-Bewerbung, die Bewerbung als Puzzle oder auf einer Klopapierrolle. Was in der Regel auch nicht sonderlich gut ankommt, sind schlechte Anspielungen auf den Namen des Unternehmens.
Hier kommen noch ein paar schöne Beispiele von Bewerbungen, die unsere Kollegen von Zeit zu Zeit bekommen:

  • Fast schon Standard unter den kreativen Bewerbungen ist wohl mittlerweile der Bewerbungsflyer. Hierbei handelt es sich um eine Form der Kurzbewerbung, in der alle wichtigen Informationen – graphisch anschaulich angeordnet – auf einem Flyer Platz finden.
  • Sehr schön ist auch, dass einige Bewerber aus dem gewerblich-technischen Bereich sogar zur Kamera greifen. Sie lassen sich bei der Arbeit holographieren und packen diese Bilder mit in die Bewerbungsmappe.
  • Einige andere gestalten das Deckblatt ihrer Bewerbung mit einer Abbildung eines Werkzeugs aus ihrem täglichen Gebrauch – wie einen Schaltschrank.
  • Eine Bewerbung ist ein paar Kolleginnen besonders in Erinnerung geblieben. Es war die Bewerbung einer Floristin, die sich vor ein paar Jahren beworben hatte. Sie hatte ihre Bewerbung auf kleine Karten geschrieben, die an einer Blume befestigt waren.

Dieses Feedback meiner Kollegen zeigt uns, dass sich Personaler über ein wohl dosiertes Maß an Bewerbungen, die aus der Reihe tanzen, freuen. Das wichtigste – und das sicher nicht nur in unserer Branche – ist der Mensch der hinter der Bewerbung steckt.
Haben Sie vielleicht auch schon Mal selbst mit Hilfe einer kreativen oder witzigen Bewerbung eine neue Stelle gefunden? Wir freuen uns über Ihre Erfahrungsberichte.
 
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Bild: gettyimages

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