Freizeit und aktive Freizeitgestaltung sind in unserer heutigen Gesellschaft so fest verankert, dass sich daraus bereits ein eigenständiger Wirtschaftssektor entwickelt hat. Was dazu führt dass wir uns vor Angeboten meist gar nicht mehr retten können. Diese reichen von Fernsehen, über Spiele-Konsolen, Bücher in elektrischer- sowie in Papierform bis hin zu kleinere und größeren Abenteuern – wie zum Beispiel einen Tag lang mit einem Panzer durch die Gegend fahren oder eine Rucksacktour durch Asien. Dieses Phänomen der so genannten „Massenkultur“ ist allerdings noch recht jung – dieses hat sich nämlich erst ab den 1920er Jahren entwickelt.
Aber auch in der Antike legte man bereits Wert auf eine erfüllende Gestaltung der arbeitsfreien Zeit. Diese wurde bei den Griechen der Antike gemeinsam und im Interesse des Staates verbracht, wie zum Beispiel im Theater oder mit sportlichen Wettkämpfen. Ähnlich war es wohl im Antiken Reich der Römer. Wobei dort die Herrschenden die Steuerung der Freizeit ihrer Bürger etwas subtiler betrieben – sie boten nämlich „Brot und Spiele“, beispielsweise in Form von Wagenrennen.
In Deutschland entwickelte sich die Freizeitkultur wohl erst ab dem Einsetzen der „Industriellen Revolution“. Die zunehmende Mechanisierung und der Einsatz von künstlichem Licht machten es zunächst möglich, die Bevölkerung bis an die Grenzen der Belastbarkeit arbeiten zu lassen. Erst als diese Arbeiter nicht mehr als Rekruten für das Militär taugten und somit im Fall eines Krieges nicht in der Lage gewesen wären ihr Land zu verteidigen, da sie in zu schlechter Verfassung waren, setzte allmählich ein Trend zur Reduzierung der Arbeitszeit ein. Diese von der Arbeit befreite Zeit sollte den Arbeitern zu individuellen Entfaltung zur Verfügung stehen und wurde – wohl auf Grund der gesteigerten beruflichen Belastung – vorwiegend zur Entspannung und Erholung genutzt.
Die beiden Weltkriege führten schließlich dazu, dass die Arbeitsbelastung der Bevölkerung in den ersten Jahren nach Kriegsende erst mal wieder dramatisch anstieg – die größte Sorge der Bevölkerung galt in dieser Zeit nämlich vorwiegend der Sicherung der eigenen Existenz. Erst in den 1950ern wurden wieder Stimmen laut, die eine 5-Tage- und 40-Stunden-Woche forderten. Und mit dem einsetzenden wirtschaftlichen Aufschwung hatte die Bevölkerung dann auch größere finanzielle Mittel zu Verfügung, mit diesen sie sich nicht nur ihre Freizeit sondern im steigenden Maße auch Konsumgüter finanzieren konnte – wie zum Beispiel Automobile und Fernseher.
Heutzutage verfügt der durchschnittliche deutsche Haushalt allerdings bereits über mehr als nur ein Auto bzw. einen Fernseher. Und auch das Freizeitangebot unserer heutigen vom Konsum geprägten Gesellschaft dürfte die Vorstellung der Menschen in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts bei Weitem übertreffen. So gibt es neben einigen Messen, die sich ausschließlich dem Thema Konsum- bzw. Luxusgütern verschrieben haben, jährlich auch Messen für alle Reise-Wütigen – wie zum Beispiel dieFreizeitmesse in Nürnberg.
Doch neben diesem Streben nach Zerstreuung und Abenteuer nehmen für immer mehr Menschen auch eher traditionell anmutende Werte, wie Gesundheit und die eigene Familie, an Bedeutung zu.
Vielleicht nehmen Sie dies ja am Welttag des Fernsehers, den man ja als Sinnbild für all unsere Konsumgüter sehen kann, zum Anlass diesen einfach mal ausgeschaltet zu lassen. Bestimmt fällt Ihnen etwas ein, was Sie schon lange nicht mehr gemacht haben… Und wenn Sie mögen, dürfen Sie uns auch gerne davon erzählen. Wir freuen uns auf Ihre Geschichte.
 
Bild: MEV

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