Interview mit Geschäftsführer Georg Meller

Schwarze Schafe gibt es überall. Wir setzen uns mit der Kritik auseinander und geben klare, ehrliche Antworten. Hier und da wäre durchaus eine Versachlichung der Kritik angebracht. Wer genau hinschaut, wird feststellen, dass es in unserer Branche fast ausschließlich sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse gibt und dass die Zeitarbeit vollständig dem allgemeinen deutschen Arbeitsrecht unterliegt. Ein Personaldienstleister hat die gleichen Rechte und Pflichten wie ein anderer Arbeitgeber auch.
Werden Zeitarbeiter schlechter bezahlt?
Es gilt ein Mindestlohn, der tariflich festgelegt ist. Ohnehin basiert die Bezahlung von Zeitarbeitnehmern zu fast 100 Prozent auf einen Tarifvertrag, der mit den Gewerkschaften wie IG Metall oder ver.di abgeschlossen wurde. Demnach erhalten Zeitarbeitnehmer ein im Tarifvertrag festgelegtes Einkommen plus Zulagen und Sozialleistungen auf der Basis einer vereinbarten Arbeitszeit. Zeitarbeitnehmer werden damit aber nicht nach dem Tarif des Kundenunternehmens bezahlt, sondern nach einem Tarif der Zeitarbeitsbranche. Dieser ist oft tatsächlich niedriger. Doch je höher die Qualifikation, desto geringer sind die Unterschiede.
Also keine illegale Beschäftigung bei unfairer Bezahlung, wie es oft heißt?
Das ist Zeitarbeit auf keinen Fall. Die Bewerber bekommen immer einen Vertrag mit dem gemäß Tarifvertrag errechneten Gehalt vorgelegt. Sollten sie damit nicht zufrieden sein, müssen sie den Vertrag nicht unterschreiben und auch nicht arbeiten. Das klingt zwar banal, aber die Medien berichten oft, dass Arbeitnehmer zur Arbeit ohne Vertrag gezwungen werden. Das stimmt nicht. Ebenso falsch ist auch die Aussage, dass Zeitarbeiter zum Beispiel ohne Schutzausrüstung arbeiten müssen. Wenn das einem Arbeitnehmer passiert, sollte er den Vertrag sofort kündigen und das Unternehmen anzeigen.
Als unsichere Beschäftigungsform gilt die Zeitarbeit trotzdem. Ist sie denn überhaupt notwendig?
Die Zeitarbeit sichert Arbeitsplätze in Deutschland. Sie lässt die Unternehmen flexibel auf die Wirtschaftslage reagieren. Gäbe es sie nicht, würden sicherlich viele Firmen einen Großteil ihrer Jobs ins Ausland verlagern, weil sie dort auf Dauer billiger produzieren können. Was die Sicherheit des Arbeitsplatzes angeht, habe ich ja schon gesagt, dass wir Personaldienstleister die gleichen Pflichten wie andere Arbeitgeber auch haben. Dass die Zeitarbeit eine unsichere Arbeitsform ist, herrscht lediglich in vielen Köpfen vor und wird leider oft in den Medien gesagt, die einfach nur Pressemitteilungen von Gewerkschaften veröffentlichen. Aber wir haben Mitarbeiter, die zum Beispiel schon fünf, sieben oder neun Jahre für zeitconcept arbeiten und sehr zufrieden sind. Schauen Sie mal auf Facebook, da finden Sie einige unserer Jubilare.
Wie wichtig sind Ihnen Ihre Mitarbeiter?
Fairness steht für mich ganz oben, denn wir brauchen unsere Mitarbeiter. Sie sollen mit dem, was sie entsprechend ihrer Tätigkeit und Qualifikation verdienen, auskommen können. In dem harten Wettbewerb versuchen wir, für unsere Mitarbeiter stets das Beste rauszuholen. Darüber hinaus wollen wir nicht anonym sein, unsere Mitarbeiter können immer zu uns kommen. Wir unterstützen sie teilweise auch im privaten Bereich und unsere Personaldisponenten besuchen unsere Mitarbeiter regelmäßig am Arbeitsplatz.
Sie suchen also den Dialog mit Ihren Mitarbeitern?
Ja, wir gehen mit Fragen, Kritik oder Anregungen offen um. Das gehört für mich zu einer fairen Behandlung. Wir öffnen uns auch nach außen und sind deshalb zum Beispiel auch in Facebook aktiv. Wir suchen mit den Facebook-Usern den offenen Dialog, vorausgesetzt man geht auch mit uns fair um. Wir wollen hier aber nicht nur uns selbst darstellen, sondern den Leuten auch immer wieder interessante und nützliche Infos zu Themen wie Beruf, Arbeitsmarkt und Bewerbung gehen. zeitconcept bezieht Stellung und ist ein kompetenter und ehrlicher Ansprechpartner, der jederzeit Auskunft gibt.
Welche Ziele hat zeitconcept?
Wir werden Akzente in der Personaldienstleistung setzen und weiter wachsen. Mein Ziel ist es, dass wir in den nächsten sieben Jahren zu den Top 30 der Personaldienstleister in Deutschland gehören. Dazu ist es notwendig, dasswir nicht nur auf unseren eigenen Erfolg schauen. Vielmehr haben wir auch ein aktives Interesse am Erfolg unserer Mitarbeiter und Kundenunternehmern. Denn nur, wenn auch sie erfolgreich und zufrieden sind, können wir es auch sein. Wir stehen ganz einfach hinter unserem Konzept und werden es auch weiterhin leben. 
Vielen Dank für das Interview!
 
 
Bild: TVA

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