Interview mit Herrn Meller

21 Jahre sind Sie nun in der Personaldienstleistung tätig. Wie kam es zur Gründung von zeitconcept?
Mein Traum war es schon immer, mal mein eigenes Unternehmen zu gründen und eine Firma zu leiten. Nachdem ich schon über zehn Jahre in der Branche war, habe ich meine Vision dann endlich umgesetzt.
Wie fing alles an?
Der Startschuss fiel 2002 in Merseburg in Sachsen-Anhalt, wo wir jetzt sozusagen unsere älteste Filiale haben. Den Anstoß, dort etwas bewegen zu wollen, gab der Stillstand der Raffinerie Leuna. Es gab jede Menge Potenzial, viele Leute brauchten einen neuen Job. Wir hatten also eine super Win-Win-Situation: wir konnten zeitconcept gründen und unzählige Helfer, Facharbeiter und auch höher qualifiziertes Personal anderswo in neue Arbeitsplätze bringen.
Wie hat sich zeitconcept seitdem entwickelt?
Ein sehr erfolgreiches mittelständisches Unternehmen sind wir geworden. 2003 haben wir unseren Hauptsitz nach Regensburg verlegt. Wir sind stetig gewachsen, haben erst vor kurzem unsere zehnte Geschäftsstelle in Frankfurt am Main eröffnet. Nach den Krisenjahren 2009 und 2010 freuen wir uns jetzt über ein gutes Umsatzplus im Jahr 2011, wofür ich mich bei allen ehemaligen und derzeitigen Mitarbeitern bedanke. Sie waren maßgeblich daran beteiligt, denn einer alleine kann das nicht schaffen. Nur gemeinsam sind wir stark.
Wie sieht die Arbeit von zeitconcept aus?
Im Fokus steht immer die Win-Win-Situation, also der Erfolg auf beiden Seiten. Wenn man so will, sogar auf drei Seiten. Denn beteiligt sind immer wir, das Personal, das wir suchen und die Firma, der wir es überlassen. Eine Chance bieten wir besonders den Bewerbern, die sich selbst schwer verkaufen können. Wir kennen die Personaler in den großen Firmen und so haben die Leute über uns Zugang dorthin. Grundsätzlich suchen wir für Bewerber den passenden Job im richtigen Unternehmen und umgekehrt für die Betriebe den optimalen Mitarbeiter.
In welchen Branchen agiert zeitconcept?
Auf drei zukunftsfähige Branchen haben wir uns spezialisiert. Das heißt auf alle Berufe in Industrie und Handwerk, im Bereich Büro und Verwaltung und im Segment Gesundheit und Pflege. Zu unseren Kunden gehören Unternehmen aus diesen Branchen und für unsere Bewerber suchen wir dort den passenden Job.
Was hat sich in der Personaldienstleistungsbranche im Laufe der Zeit getan?
Es gab viele Veränderungen zum Positiven. Es wurde zum Beispiel die Überlassungsdauer von Mitarbeitern in den Kundenunternehmen nicht mehr begrenzt. Die Zeitarbeiter müssen also nicht mehr wechseln. Allerdings kommt es auf die jeweilige Situation in den Unternehmen an. 2011 wurde die Lohnuntergrenze, das heißt ein Mindestlohn eingeführt, an den sich alle halten müssen. Gewaltig hat sich natürlich die Personalsituation geändert. Früher hatten wir ein Überangebot an Personal, heute ringen viele Unternehmen um gute Kräfte.
Hat die Zeitarbeit als eher flexible Arbeitsform Vorteile für Arbeitnehmer?
Als Gütesiegel für Arbeitnehmer kann man die Zeitarbeit schon fast bezeichnen. Wenn ein Mitarbeiter lange bei einer Zeitarbeitsfirma ist, wissen die Unternehmen, dass dieser Mitarbeiter gut ist. Sonst wäre er da nicht mehr. Die Zeitarbeit ist außerdem ein hervorragendes Instrument, über das die Leute wieder in den Arbeitsmarkt zurückfinden. Sie ist für viele ein Sprungbrett, sei es nach der Kinderbetreuung, Arbeitslosigkeit oder als Quereinsteiger. Vielen Älteren ermöglicht sie die Rückkehr ins Arbeitsleben. Über die Zeitarbeit bekommen viele Mitarbeiter die Chance, später von dem Unternehmen, in dem sie eingesetzt sind, fest übernommen zu werden.
Zeitarbeit heißt, dass man für einen bestimmten Zeitraum bei einem Unternehmen beschäftigt ist. Wie geht es weiter, wenn der Einsatz zu Ende ist?
Der Mitarbeiter ist dann nicht zwangsläufig arbeitslos. Werden uns unsere Mitarbeiter vom Entleihunternehmen, also von unserem Kundenunternehmen, zurückgemeldet, bemühen wir uns, sie so schnell wie möglich wieder in einem anderen Betrieb unterzubringen. Das ist unser Job. So garantieren wir schließlich auch unseren internen Angestellten ihre Arbeitsplätze.
Herr Meller, vielen Dank!
 
 
Bild: TVA

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