Hier also mein Werk, in fünf Phasen gegliedert:
Phase eins, die Rüstungsphase
Man nehme eine ordentliche Portion studentisches Engagement (dazu kann man Praktika verwenden und/oder den Besuch verschiedener Jobmessen und/oder Werkstudentenjobs und/oder das Beiwohnen von Unternehmensvorträgen und/oder das Knüpfen von Kontakten). Bitte beachten: Je mehr Engagement man zusammenbraut, desto reibungsloser wird der Berufseinstieg später werden. Diesen Eifer behandle man über Jahre (hier: die Studiumszeit) hinweg mit Ehrgeiz und Ausdauer. Das Ergebnis all dieses Fleißes sei die berufliche Orientierung, die der Rezeptnutzer (also der Absolvent) nun besitzen sollte. Hierbei gilt stets folgende Regel: der frühe Vogel fängt den Wurm! Und Achtung: Auf dieser Phase bauen die anderen Phasen auf!
Phase zwei, die Bewerbungsphase – oder auch: die heiße Phase
Hierfür benötige man ein etwa fünf bis zehn Zentimeter dickes Sitzfleisch, einen Kopf voll Sicherheit in der deutschen Rechtschreibung und eine Hand voll Aussagekraft. Diese Zutaten vermenge man mit Lückenlosigkeit im Lebenslauf, ehrlichen Angaben in demselben und einem Streifen eines professionellen Fotos zu einem homogenen Gemisch. Zusätzliche Würze verleihen dem Ganzen außerdem Fremdsprachen- und/ oder Computerkenntnisse, soziales Engagements und (wer gerne scharf kocht) eine Prise Kreativität. All das lasse man ein paar Tage lang ziehen. Wichtig ist eine mehrmalige Überprüfung des Ganzen, bevor man das Ergebnis abschickt!
Phase drei, die Wartezeit
In dieser Phase ist nur eine Zutat von Nöten, jedoch muss man achtsam sein, denn diese verpufft sehr schnell: Geduld.
Falls sie doch ausgehen sollte, kann man sich provisorisch neue herstellen, indem man einen großen Löffel Ablenkung zu sich nimmt.
Geduld kann nach einiger Zeit auch sehr fahl schmecken, dann streue man einfach eine Prise Keine-Panik und ein bisschen Humor darüber.
Phase vier, das Vorstellungsgespräch
Im Gegensatz zur vorherigen Phase macht sich der Rezeptnutzer hier wieder von vielen Zutaten Gebrauch. Die Zutaten lauten:
Seriosität, Konzentration, Gepflogenheit, Menschlichkeit, Ehrlichkeit, Gespür für die persönlichen Stärken und Schwächen. All das präsentiere man im Zusammenspiel miteinander und einem Lächeln auf den Lippen seinem Gegenüber. Wiederum, Achtung: Diese Zutaten können schnell sauer werden, wenn man sie nicht in einem gesundem Maße verwendet! Eine Portion Vorbereitung und ein tiefer Atemzug können in dieser Phase Wunder wirken.
Phase fünf, der erste Arbeitstag
Man nehme nach dem Aufwachen (dies ist besonders zu beachten!) am besagten Tag all seine Erwartungen (diese sind meistens sehr hoch!) und presse sie durch ein Sieb: heraus kommen sollten realistische Ziele. Diese gebe man zu einer Schüssel voll Interesse und einer beherzten Schaufel voll Begeisterung und begebe sich in die Arbeit. Dort angekommen, menge man zudem noch etwas Einfühlvermögen, viel Kompromissbereitschaft und Teamgeist, eine Messespitze voll Beobachtungsgabe und – zu guter Letzt – eine Portion Bescheidenheit (Achtung, die steht im Regal oft neben der Unterwürfigkeit – keinesfalls verwechseln, sonst wird’s bitter).
Lässt man nichts außer Acht, sollte der Berufseinstieg reibungslos von Statten gehen. Viel Erfolg beim Auskosten!
 
Sie möchten bei unseren Blogs mitreden, kommentieren und Ihre Meinung sagen? Kein Problem unsere Artikel finden Sie auf unserer Facebook-Seite. Einfach einloggen und mitmachen:Facebook-Seite Bild: © Sergey Nivens – Fotolia.com

Pin It on Pinterest

Share This