Zeitarbeit, Werkvertrag und der Scheinwerkvertrag
Zeitarbeit, Werkvertrag und der Scheinwerkvertrag

Daraufhin haben nicht nur die Politiker und die Gewerkschaften reagiert, sondern auch der iGZ, der Interessenverband deutscher Zeitarbeitsunternehmen. Alle Mitglieder müssen die Arbeitnehmer, die über einen Werkvertrag angestellt sind, genauso wie Zeitarbeitnehmer entlohnen. Damit wird einem Unterlaufung der Tarifverträge in der Zeitarbeit und einem Lohndumping entgegen gewirkt. zeitconcept ist auch Mitglied im iGZ.
In Foren konnten wir die Frage lesen: Warum der Abschluss von Werkverträgen nicht gleich ganz verboten wird. Um diese Frage zu klären, möchten wir etwas tiefer in die Thematik einsteigen und erstmal erklären, was ein Werkvertrag überhaupt ist:
Beim Werkvertrag verpflichtet sich ein Unternehmer ein so genanntes Gewerk oder Werk für den Auftraggeber herzustellen. Ein Beispiel zum besseren Verständnis: Ein Schraubenhersteller mietet ein neues Objekt an, um mehr Schrauben herstellen zu können. Für die Abwicklung der hohen Anzahl an Schrauben braucht er ein neues IT-System. Da dieses Gewerk überhaupt nicht dem Kerngeschäft des Unternehmens entspricht, vergibt er die Aufgabe an einen Dienstleister. Der Dienstleister ist nun dazu verpflichtet, dass das IT-System funktioniert. Wie viele Mitarbeiter er anstellt oder welche Weisungen er erteilt, bleibt seine Sache. Er ist nur dafür zuständig, dass die Aufgabe erfüllt wird. Der Schraubenhersteller hat weder Mitspracherecht bei den eingesetzten Arbeitnehmern noch darf er selbst Weisungen erteilen.
Für den Schraubenhersteller wäre es viel zu teuer einen eigenen Mitarbeiter für die Wartung abzustellen, da das Know-how fehlt. Daher ist in diesem Fall ein Werkvertrag sinnvoll und kostengünstiger, ohne dass die Mitarbeiter der IT-Firma schlecht bezahlt werden.
Im Gegensatz dazu steht der Scheinwerkvertrag, bei dem unter dem Deckmantel des Werkvertrages ein Mitarbeiter an eine Firma überlassen wird.
Beim Werkvertrag organisiert der Dienstleister, wie viele Mitarbeiter er einsetzt und was diese zu tun haben. Für die Erfüllung der Aufgabe oder des Projektes trägt er das Risiko.
Bei der Arbeitnehmerüberlassung ist es genau anderes herum. Der Entleiher entscheidet wie viele Mitarbeiter er zur Erfüllung der Arbeit benötigt und erteilt ihnen Weisungen. Dafür trägt er selbst das Risiko.
Bei Scheinwerkverträgen wird zwar nach außen hin ein Werkvertrag abgeschlossen, die Arbeitnehmer werden jedoch wie Zeitarbeiter behandelt. Die Regierung will eine stärkere Regelung finden, wie Scheinwerkverträge in Zukunft unterbunden werden können.Arbeitgeber fürchten zu hohe Richtlinien die faire Werkverträge unnötig erschweren würden. Wir sind gespannt, wie die Entwicklung weitergehen wird.
Generell spielen jedoch Werkverträge in der mittelständischen Zeitarbeit laut einer Umfrage kaum eine Rolle. Gerade mal 11,5 % der Personaldienstleister beim iGZ wenden einen Tarifvertrag an.

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Bild: © Light Impression – Fotolia.com

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